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Metall-Oberflächenreinigung
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Home > Teilereinigung > Schmutz
Schmutz
Da ein Fremdstoff auf einer Substratoberfläche, je nach Einsatzfall, als Verschmutzung, als tolerierbar oder sogar als erwünscht
(beispielsweise als Schutzschicht) eingestuft werden kann, eignet sich zur Definition der Verschmutzung am besten der in der
amerikanischen Militärnorm MIL-STD-1246C (Military Standard, Product Cleanlinesslevels and Contamination Control Program)
vertretene Ansatz: Verschmutzung ist unerwünschtes Material.
Besonderes Augenmerk muss bei der Einteilung der Verschmutzung auf den Aspekt der Entfernbarkeit gelegt werden, da nur so eine
Zuordnung von geeigneten Reinigungsverfahren zu den Verschmutzungsgruppen möglich ist. Beispielsweise können Stoffe mit ähnlichen
physikalischen Eigenschaften in manchen Fällen aufgrund unterschiedlicher anderer Eigenschaften, chemischer oder sonstiger Art,
nicht mit denselben Reinigungsverfahren entfernt werden. Also ist eine Einordnung der Verschmutzungen in Gruppen erforderlich,
die eine direkte Zuordnung zu den jeweiligen Reinigungsverfahren ermöglicht.
Die American Society for Testing and Materials (ASTM) gruppiert daher in ihrem Handbuch "Choosing a cleaning process" sechs
Gruppen von Verschmutzungen und stellt sie den gängigsten Reinigungsverfahren gegenüber, wobei detailliert auf die Eignung
der Reinigungsprozesse zur Entfernung der gegebenen Verschmutzung eingegangen wird und Musterreinigungsprozesse für verschiedene
typische Anwendungen aufgeführt werden. Die einzelnen Verschmutzungsgruppen lauten:
Pigmenthaltige Ziehmittel
Pigmentfreie Öle und Fette
Späne und Schneidöle/KSS
Polier- und Schleifmittel
Rost und Zunder
Sonstige
In der CLEANTOOL Datenbank finden sie nachstehende Verschmutzungen,
die im Folgenden kurz erläutert werden. Suchen sie die zugehörigen
Datensätze, so benutzen sie bitte den Zugang zur Datenbank
links ("Reinigungssuche") und wählen die entsprechen
Schmutze im Suchwerkzeug.
1. Eher organisch bestimmte Schmutze
Erde
Feuchter, weicher Boden oder Bodenähnliche Substanz
Staub
Erde oder ähnliche Substanzen in trockenen feinen Partikeln
Öl
Eine vielschichtige Klasse von Substanzen, die typischerweise ölig, viskos, brennbar, flüssig bei Raumtemperatur und löslich in
Ether oder Alkohol aber nicht in Wasser sind. Sie können sowohl pflanzlicher, tierischer, mineralischer oder synthetischer
Herkunft sein.
Zusammengesetzte Öle – Mischungen von Ölen auf Erdöl-Basis mit tierischen oder pflanzlichen Fetten oder Ölen. Sie besitzen eine
starke Affinität zu Metall Oberflächen und sind besonders geeignet für Anwendungen unter Wasserdampf und solche, in denen
Schmierungen bei starken Belastungen erforderlich sind. Sie können nicht generell empfohlen werden, weil sie nach längerer Zeit
oxidiert werden. Durch eine Reaktion mit Luftsauerstoff und katalytisch beschleunigt durch Kupfer Partikel tendieren natürliche
Öle und Fette dazu sich zu verdicken und zu verharzen.
Turbinen Öl – Eine Top-Qualität Rost- und Oxidations- inhibierter Öle, das die hohen Ansprüche erfüllen kann, die an die
Schmierung von Dampf-Turbinen gestellt werden. Sie sind außerdem gut demulgierbar als Vorbedingung für eine gute
Öl-Wasser-Separation. Die Öle werden außerdem in ähnlichen Anwendungsfällen eingesetzt wie: Kompressoren, Hydraulische
Systeme, Getriebe, etc. Sie können zusätzlich als Wärmeübertragungsmedium eingesetzt werden, wo es besonders auf
Oxidationsstabilität ankommt.
Synthetische Öle – Die Synthese erlaubt die molekulare Struktur präzise nach den Anforderungen einzustellen, insbesondere für
hochbeanspruchte Motoren. Ausgangspunkt der Synthese können eine Reihe unterschiedlicher Verbindungen sein. Es wurden eine Reihe
von Verbindungsklassen entwickelt als Grundlage für kommerzielle synthetische Fluids. Etwa Polyalfaolefine (PAO), Polyester,
Polyalkalinglykole (PAG), Silikone, Silikatester, Phosphatester, Fluorkarbone, etc. Die synthetischen können besser als
mineralische Schmiermittel besondere Anforderungen erfüllen, wie beispielsweise Unbrennbarkeit, thermische Stabilität,
Oxidations- und Strahlungs-Stabilität. Auch verstärkte Umweltanforderungen haben zu einer vermehrten Entwicklung von
funktionalen Fluids geführt, die sowohl gut abbaubar als auch von geringer Toxizität sind. Es werden auch Mischungen
synthetischer und mineralischer Grundöle eingesetzt, um hoch belastbare Schmiermittel herzustellen.
Mineral Öl
Öle, die aus Erdöl oder auch aus Steinkohlenteer oder Braunkohlenteer hergestellt werden, im Gegensatz zu
tierischen oder pflanzlichen Ölen.(2)
Mineralisches Seal Öl – Fällt bei der fraktionierten Erdöldestillation zwischen Kerosin und Gasöl an und wird breit eingesetzt
als Lösemittel bei der Gasabsorption, als Schmiermittel zum Auswalzen von Metallfolien und als Grundlage zur Formulierung von
vielen Spezialölen. Der Name kommt nicht von irgendwelchen Dichtungsfunktionen sondern daher, dass es früher eingesetztes
Lampenöl für Signallampen und Leuchtfeuer ersetzte, das aus Robben- und Seehund Fett gewonnen wurde.
Schmierfett
Eine Mischung von flüssigen Schmiermitteln (üblicherweise ein Mineralöl) mit einem Verdickungsmittel (üblicherweise eine
Seife). Da Schmierfett sehr schwer fließt, wird es überall dort benutzt wo Langzeit Schmierungen erforderlich sind und Öl
aus der Schmierstelle fließen würden. Die eingesetzten Seifen werden durch Verseifung von Metallhydroxiden oder Basen mit
Fetten, Fettsäuren oder Estern hergestellt. Dabei wird die Seife entsprechend den geforderten Eigenschaften ausgewählt.
Schmierfette mit Kalzium-Seifen sind besonders Wasser resistent aber instabil bei hohen Temperaturen. Natriumseifen bewirken
eine Stabilität der Schmierfette bei hohen Temperaturen aber sie werden unter feuchten Bedingungen ausgewaschen. Lithiumseifen
Schmierfette können hohe Temperaturen und Feuchtigkeit vertragen. Mischungen verschiedener Seifen können die Nachteile einzelner
Bestandteile auffangen.
Komplexe Seifen werden gebildet durch die Verbindung von Alkalis mit hochmolekularen Fetten oder Fettsäuren und der gleichzeitigen
Reaktion mit kurzkettigen organischen oder anorganischen Säuren unter Bildung von Metallsalzen (Komplexbildner). Diese erhöhen
den Tropfpunkt des Schmiermittels. Lithium, Kalzium und Aluminium sind typische Metalle in diese Schmiermitteln.
Es gibt weitere nicht-Seifen Verdickungsmittel wie Tone, Silica Gels, Carbon Black und verschiedene synthetische organische
Materialien.
Multi-purpose Schmiermittel können speziell für Hitze- und Wasser-Beständigkeit entwickelt werden. Sie können Additive enthalten,
die die Lastaufnahme erhöhen und Rost verhindern.
Harz
Feste oder halb-feste Materialien, leicht gelb bis dunkel braun bestehend aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Sie
kommen natürlicherweise in Pflanzen und hier besonders in Pinien und Kiefern vor. Sie erscheinen häufig als Kügelchen auf der
Rinde. Synthetische Harze, wie etwa Polystyrole, Polyester und Akryle, werden hauptsächlich aus Erdölprodukten hergestellt.
Harze werden eingesetzt bei der Erzeugung von Lacken, Kunststoffen, Klebern und Gummi.
Ziehöl
Wird gewöhnlich aus Erdöl hergestellt und unterstützt das Ziehen von Metallen. Neben Ziehölen gibt es auch Ziehpasten.
Letztere machen mehr Probleme bei der Reinigung weil sie Wachsartig sind und hohe Temperaturen zu ihrer Entfernung bei der
wässrigen Reinigung brauchen.
Ruß
Eine schwarze Substanz die bei Verbrennungen entsteht. Besteht hauptsächlich aus fein verteiltem Kohlenstoff und bewirkt
die Schwarzfärbung von Rauch; ein Zeichen unvollständiger Verbrennung.
Schmiermittel
Wird zwischen zwei sich gegensätzlich bewegende Teile gebracht, um Reibung und Abnutzung herabzusetzen.
KSS
Werden eingesetzt bei spanender Bearbeitung von Werkstücken um sowohl zu kühlen als auch zu schmieren und zusätzlich Späne
und Abrieb abzutransportieren sowie die bearbeitete Oberfläche zu schützen. Es kann sich um Öle (Schneidöle) oder wässrige
Medien (Lösungen, Öl-in-Wasser oder Wasser-in-Öl Emulsionen) handeln.
Korrosionsschutz
Korrosions Inhibitor – Ein Additiv zum Schutz von bearbeiteten und benetzten Metallflächen gegen chemischen Angriff von
Wasser oder Wasserinhaltsstoffen. Es gibt polare Inhibitoren, die die Oberfläche benetzen und sie durch einen feinen Ölfilm
schützen. Andere Verbindungen absorbieren Wasser indem sie es in eine Öl-Wasser-Emulsion dergestalt einbinden, dass nur noch
das Öl die Oberfläche berührt. Ein weiterer Typ reagiert chemisch mit der Metalloberfläche und wandelt sie dadurch in eine
passive Schicht um (siehe auch Rost Inhibitor). (2)
Rost Schutz – eine Verbindung die Metallflächen mit einem schützenden Film gegen Rost überzieht, gewöhnlich benützt, wenn
ein Bauteil gelagert werden soll; kann aus Petroleum Öl, Lösemitteln, Wachs oder Asphalt bestehen, denen jeweils Rost
Inhibitoren zugesetzt werden. Sie werden für verschiedene Anforderungen hergestellt, z.B. Kurzzeit Schutz für Zwischenlagerungen,
Innen oder Außen-Lagerung, etc. (2)
Rost Inhibitor – ein spezieller Typ des Korrosions-Inhibitors, der in Schmiermitteln eingesetzt wird, um die Oberflächen vor
Rost zu schützen. (2)
R&O - Rost-und-Oxidations inhibitiert. Ein Ausdruck der für hoch gereinigte industrielle Schmieröle benutzt wird, die für
Langzeit Kreislaufsysteme, Kompressoren, hydraulische Systeme, Lagergehäuse, Getriebe etc. eingesetzt werden. Hochfeine R&O
Öle werden häufig auch als Turbinen Öle bezeichnet. (2)
Schweiß
Beim menschlichen Körper: eine salzige Ausscheidung der Schweißdrüsen.
Fingerabdrücke
Ein Fleck von einem (schmutzigen) Finger.
Schmutz, der eine biologische Gefährdung darstellt:
Teer
Ein dunkles, öliges, viskoses Material hauptsächlich bestehend aus Kohlenwasserstoffen, das erzeugt wird durch zersetzende
Destillation von organischen Substanzen wie Holz, Kohle oder Torf.
Kann in der Zusammensetzung je nach Temperatur und Ausgangsmaterial schwanken.
Bitumen
Alle natürlich vorkommenden oder aus Naturstoffen ohne Zersetzung gewonnenen flüssigen oder festen Kohlenwasserstoffgemische.
Sie stellen brennbare, braungelb bis schwarz gefärbte, höchst komplexe Gemische von Asphalten, Harzen, höhermolekularen Säuren,
Festparaffinen, u. a. dar. Teere und Peche, die man durch zersetzende Destillation erhält, zählen nicht dazu, sondern werden
lediglich als bitumenverwandte Stoffe bezeichnet.
Lack
Anstrichstoff, flüssige bis pastenförmige Stoffe oder Stoffgemische, die durch Streichen, Spritzen, Tauchen oder Übergießen
auf die zu lackierenden Flächen oder Gegenstände gebracht werden und durch physikalische oder chem. Trocknung einen auf dem
Untergrund fest haftenden Überzug, meist eine sehr dünne Schicht (Anstrichfilm), ergeben.
Farbe
Eine Substanz die auf eine Oberfläche aufgebracht wird, um diese zu dekorieren oder zu schützen (speziell eine Mischung von
Pigmenten gelöst in einer Flüssigkeit, die beim Trocknen eine harte Schicht hinterlässt).
Es gibt auch Farbe in Pulverform, die auf die Oberfläche durch elektrostatisch Kräfte aufgebracht wird.
Klebstoff
Eine Substanz die Flächen zusammenfügt oder miteinander verbindet vielfach auf Acryl- oder Harz-Basis.
Wachs
Eine Substanz die in Form und Eigenschaften an Bienenwachs erinnert und die unterteilt wird anhand ihrer Zusammensetzung von
Estern und höheren Alkoholen. Es sind keine Fettsäuren enthalten. Eingesetzt für Unterboden- und Hohlraum-Versiegelung und für
Beschichtungen.
Auto Wachs – eine Autopolitur in pastöser oder flüssiger Form
Emulgatoren
Addtive die die Formierung einer stabilen Mischung oder Emulsion von Öl und Wasser herstellen. Übliche Emulgatoren sind:
Metallseifen, bestimmte tierische und pflanzliche Öle und viele polare Verbindungen.
2. Eher anorganisch bestimmte Schmutze
Metallpartikel
Größere Metallpartikel werden Späne genannt und fallen bei Prozessen wie Bohren, Fräsen und Drehen an.
Kleinere Partikel werden Abrieb genannt und fallen bei Prozessen an wie Feilen, Sägen, Schleifen, Polieren etc.
Graphit
Natürlicher Kohlenstoff in hexagonalen Kristallen, sehr weich, wird für Bleistifte, Tiegel und als Schmiermittel benutzt.
Schleifmittel
Abrasive Stoffe, die eingesetzt werden um Material von Oberflächen zu entfernen, z.B. mittels Schleifscheiben, Schleifpapier
oder Schleifbändern. Die Korngröße kann dabei von sehr grob bis sehr fein variieren. Sie bestehen meist aus Siliziumkarbid,
mit dem harte, spröde Materialien wie Gusseisen bearbeitet werden oder aus Aluminiumoxid, ein härteres Schleifmittel, das
für Werkzeugstahl und Schmiedeeisen eingesetzt wird. Als verbindendes Material für die Schleifscheiben werden eine Reihe
verschiedener Zemente eingesetzt: Ton ist das häufigste; es wird mit den Schleifkörnern vermischt und erhitzt bis es Glasartig
wird. Es widersteht Wasser und hohen Temperaturen. Als weitere Zemente kommen in Frage: Wasserglas, Kunstharze und Gummi.
Poliermittel
Polierpasten – feine Schleifmittel, die benutzt werden um Oberflächen zu glätten. Eingesetzt werden Scheiben aus Stoff, Filz
oder Leder, beschichtet mit feinem Siliziumkarbid oder Aluminiumoxid. Für noch feinere Arbeiten werden eingesetzt Jewelers’
Rouge, ein feines Eisenoxid-Pulver, oder Tripoli, eine Art von Silica.
Rost
Eine rote oder orange Schicht die sich auf Eisenoberflächen ausbildet, wenn diese Feuchtigkeit und Luft ausgesetzt sind,
bestehend aus Eisenhydroxid und Eisenoxid. Nicht durch organische Lösemittel zu entfernen.
Oxide
Eine Verbindung von Sauerstoff und elektropositiven Atomen. Oxidschichten auf Metallen zeigen sich häufig durch charakteristische
Färbungen.
Zunder
Relativ dicke Ablagerung auf Oberflächen die z.B. beim Walzen durch Verbindung von Walzölen und Oxiden entstehen.
Sand
Feine Stein-Partikel besonders von Silikaten, aber nicht zu Staub zermahlen
Salz
Eine chemisch Verbindung die entsteht durch die Ersetzung eines oder aller Wasserstoffionen in einer Säure durch Metallionen
oder elektropositive Radikale.
3. Andere Schmutze (Beipiele)
Asbest
Natürlich vorkommende faserartige, silicatische Minerale unterschiedlicher Zusammensetzung. Es werden zwei Asbestgruppen
unterschieden. Wurde benutzt als hitzebeständiger Werkstoff (u.a. Bremsbeläge), Isoliermaterial, Wärmedämmstoff, Dichtungs-
und Filtermaterial.
Es ist aufgrund seiner kanzerogenen Wirkung (Bronchialkarzinom bei oraler Aufnahme von Asbeststaub) weitgehend durch
thermoresistente Mineral- und Glasfaserstoffe ersetzt worden. Benutzung ist in der EU verboten.
Nitrosamine
Nitroderivate von Aminen, (Gruppe —NNO), cancerogene Wirkung
Halogenierte Schmiermittel
Gehört zu den synthetischen Schmiermitteln, siehe unter "Öl".
References:
(1) Random House Webster's College Dictionary
(2) Dictionary of Lubricant Terms, Chevron Oronite's
(3) Lubrication and Oil Analysis Dictionary
(4) Technical Dictionary, Fluitec International's website
(5) Dictionary of Automotive Terms
(6) The American Heritage® Dictionary of the English Language: Fourth Edition. 2000
(7) Webster's Revised Unabridged Dictionary (1913)
(8) http://www.hyperdic.net/dic/
(9) B and M Grinding
(10) Dictionary of Metallurgy
(11) Webster's New World™ Medical Dictionary 2nd Edition
(12) Dorland's Illustrated Medical Dictionary
(13) Lubrication and Oil Analysis Dictionary
(14) UNEP Solvents Technical Options Committee
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